Aufgabenbereiche der Logopädie:

Die logopädische Arbeit umfasst die Diagnostik und Behandlung aller Bereiche von Sprach-, Sprech- und Stimmstörungen, denen eine medizinische Ursache zugrunde liegt. Daher geht jeder Therapie eine ärztliche Untersuchung voraus, nach der der Arzt eine Verordnung ausstellt, wenn aus seiner Sicht eine Behandlung notwendig ist.

In unserer Praxis werden wir uns danach ein noch genaueres Bild von Ihrem Sprachproblem machen, indem wir eine Anamnese erheben und störungsspezifische Testverfahren durchführen. Dafür stehen uns zahlreiche, aktuelle und standartisierte Testverfahren zur Verfügung. Aber auch das persönliche Gespräch und Beobachtungen von spontanen Situationen sind für uns sehr wichtig und machen es uns aufgrund unserer langjährigen Erfahrung möglich, das Problem umfassend und ganzheitlich einzuschätzen. Anschließend werden wir ein daraus resultierendes, individuell auf Sie abgestimmtes Therapiekonzept erarbeiten.

1. Artikulationsstörungen (Dyslalie):

Diese sind dadurch gekennzeichnet, dass das Kind einzelne oder mehrere Laute der Sprache nicht korrekt ausspricht. Es lässt diese aus oder ersetzt sie durch andere Laute
(z.B. aus Kanne wird Tanne, aus Schule wird ?ule, aus Blume wird Bume).
Auch das Lispeln zählt zu den Artikulationsstörungen.
Man unterscheidet phonetische und phonologische Artikulationsstörungen.

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Sprechapraxie

Eine Sprechapraxie ist eine Störung des Sprechens, bei der die Auswahl( welche Bewegung muss man machen, um einen bestimmten Laut zu bilden) und die Sequenzierung (welche Bewegung muss man wann machen, um ein bestimmtes Wort zu sagen) von Sprechbewegungen beeinträchtigt sind.

Ursachen sind Schädigungen des Gehirns, etwa aufgrund eines Schlaganfalls oder eines Schädel-Hirn-Traumas.

Bei einer Sprechapraxie kommt es zu Auslassungen, Hinzufügungen, Ersetzungen oder Entstellungen von Lauten.

Oft wird silbisch gesprochen, oder es treten Unterbrechungen auf. Ebenso kommt es zu Wiederholungen des Anlautes, oder zu Lautdehnungen.

Weitere sichtbare Symptome sind Sprechanstrengung und artikulatorisches Suchverhalten.

Patienten mit einer Sprechapraxie entwickelt häufig eine Sprechangst.

Typisch für eine Sprechapraxie ist eine Fehlerinkonstanz (gleiche Laute werden manchmal falsch und manchmal korrekt gebildet) und Fehlerkonsistenz (Laute werden manchmal in einer bestimmten Weise falsch gebildet und manchmal in einer anderen Weise).

Patienten mit Sprechapraxie haben oft zusätzlich eine Aphasie, Dysathrie oder buccofaziale Apraxie (Bewegungen des Gesichtes sind gestört).

Therapie

Ganzheitliche Ansätze: Sprechtraining mit Wörtern und Wortgruppen
Segmentorientierte Ansätze: Sprechtraining mit Lauten und Silben
Kommunikationstraining mit sprachlichen und nichtsprachlichen Hilfen.

2. Sprachentwicklungsverzögerungen/ Sprachentwicklungsstörungen:

In diesem Fall sind weitere Teilbereiche der Sprache nicht altersgemäß entwickelt:

2.1. Grammatik:
Störungen der Grammatik lassen sich wie folgt beschreiben:

  • fehlendes Erkennen der grammatikalischen Regeln
  • fehlerhafte Satzstellung
  • Fehlen oder fehlerhafte Anwendung wichtiger Satzglieder, z.B. Artikel, Verben
  • fehlerhafter Gebrauch der Zeiten
  • fehlerhafter Gebrauch der Fälle

2.2. Störungen im Sprachverständnis:
Das Kind kann die Sprache seiner Umwelt nicht ausreichend entschlüsseln

2.3. Eingeschränkter Wortschatz:
Das Kind benutzt seinem Alter entsprechend zu wenige Wörter

In der Regel sind bei einer Sprachentwicklungsverzögerung auch Teile der Artikulation auffällig.

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Artikulationsstörungen:

Aussprachestörungen bei Kindern lassen sich in zwei Kategorien unterteilen, die phonologischen und die phonetischen Störungen.

1. Phonologische Störungen:


Hierbei hat das Kind bestimmte Lautmerkmale oder Merkmale von Lautgruppen der Sprache nicht oder nicht vollständig erkannt und vereinfacht diese oder ersetzt sie durch andere. Eine umfassende Diagnostik lässt erkennen, ob diese so genannten phonologischen Prozesse Ausdruck einer Verzögerung (die Fehler kommen auch in der normalen Sprachentwicklung vor, verlieren sich allerdings früher) oder pathologische (die Fehler kommen in der normalen Sprachentwicklung nicht vor) sind. Anschließend wird daraus ein individuelles Therapiekonzept erarbeitet. Die Therapie der phonologischen Störungen untergliedert sich in drei Phasen:

   1. Kennenlernen der zu erarbeitenden Laute und Prozesse auf verschiedenen Ebenen, dabei geht es zunächst nur ums Hören und nicht um das Bilden der Laute und Lautverbindungen.
   2. Erarbeitung von motorischen Mustern der Laute und Lautverbindungen: Ausprobieren der Lautmuster.
   3. Verknüpfung von phonologischer Speicherung und motorischer Umsetzung: Anwendung des Gelernten an realen Wörtern, Erarbeitung von Eigenwahrnehmung.

2. Phonetische Störungen:

In diesem Fall werden die betroffenen Laute in einer Art und Weise verändert, die nicht zum Inventar der Sprache gehört, ohne dass sich dadurch die Bedeutung verändert. Dieses betrifft im Deutschen das [/s/] (? Lispeln?) und das [/sch/] bei nicht korrekter Luftstromlenkung. Es liegen also in der Regel motorische Probleme zugrunde, das Erkennen der entscheidenden Lautmerkmale ist nicht betroffen. Für die Therapie ergibt sich daraus Folgendes:

  •     Mundmotorisches Training
  •     Luftstromlenkung
  •     Anbahnung des Lautes
  •     Festigung des neuen motorischen Musters
  •     Automatisieren des Lautes auf verschiedenen Ebenen
  •     Integration des Lautes in die Spontansprache

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3. Myofunktionelle Störungen:

3.1. Gestörte Funktion der orofazialen Muskulatur

3.2. Unphysiologischer Bewegungsablauf von Zunge und Lippen

3.3. Daraus resultierende Atem-, Schluck- und Aussprachestörungen

3.4. Gefährdung der natürlichen Kiefer-/ Gaumenform und der Zahnstellung

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Therapie von Sprachentwicklungsverzögerungen / Sprachentwicklungsstörungen:

In unserer Praxis werden Sprachentwicklungsverzögerungen / Sprachentwicklungsstörungen nach verschiedenen Therapieansätzen, individuell auf das Kind abgestimmt, behandelt:
1. Patholinguistische Therapie bei Sprachentwicklungsstörungen

Methoden :

  • -Präsentation eines speziell aufbereiteten Inputs von grammatischen Zielstrukturen oder Wörtern in gemeinsamen Handlungs- und Spielsituationen oder vorgelesenen Geschichten
  • Zielstrukturen oder Wörtern in gemeinsamen Handlungs- und Spiel-situationen oder vorgelesenen Geschichten
  • Aufgreifen, Spiegeln oder Verändern der kindlichen Äußerung im gemeinsamen Spiel (Modellierungen)
  • Übungen, in denen gezielt am Verständnis bzw. an der Produktion von grammatischen Strukturen oder Wörtern gearbeitet wird
  • Gegenüberstellung von zwei sprachlichen Strukturen, um dem Kind die Funktion einer sprachlichen Struktur zu verdeutlichen

2. KonLab ? Programm von Dr. Zvi Penner
· Spielerische Übungen, die das Kind zur Entdeckung von sprachlichen Regeln führen, durch die es seinen Wortschatz und seine Grammatik erweitern kann.
· Das Programm orientiert sich an Entwicklungsphasen des natürlichen Spracherwerbs.
· Viele spielerische Übungen sind auch computergestützt möglich.
3. Therapie nach Barbara Zollinger:
· Förderung von Fähigkeiten, die für die Entdeckung der Sprache notwendig sind, im gemeinsamen Spiel mit dem Kind.
· Je nach Diagnose arbeitet man in einem oder mehreren Bereichen, deren Zusammenspiel für die Entdeckung der Sprache wichtig ist, z.B. an der Entwicklung des Spielverhaltens.
4. integrative sensomotorische Logopädie für sprachentwicklungsge störte Kinder

4. Näseln (Rhinophonie):

4.1. Offenes Näseln, z.B. durch Lippen- Kiefer- Gaumenspalten
4.2. geschlossenes Näseln z.B. in Verbindung mit Schallleitungshörstörungen

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Myofunktionelle Therapie

Die Myofunktionelle Therapie (MFT) ist eine spezielle Form der logopädischen Übungstherapie und kommt bei Funktionsstörungen der Mund- und Gesichtsmuskulatur zur Anwendung. Ziel der logopädischen Behandlung ist eine Korrektur bzw. Verbesserung der Muskelfehlfunktionen im Bereich der Lippen, der Zunge, der mimischen- und der Kaumuskulatur.
Sind einzelne oder mehrere dieser orofazialen Muskeln/Muskelgruppen zu stark oder zu schwach entwickelt oder ist die orale Wahrnehmung beeinträchtigt, so kann dies zu Störungen der Zahn- und Gebissentwicklung, pathologischen Veränderungen der Zahnstellung, Atem- und Schluckstörungen sowie Ausspracheauffälligkeiten führen.
Genetische Faktoren im Zuge der skelettalen Entwicklung des Knochenschädels, Probleme während der frühkindlichen Ernährung, Atemfehlfunktion (Mundatmung) oder auch sog. Habits (hier: Lutschgewohnheiten) bewirken die Heranbildung unphysiologischer Krafteinstellungen und Bewegungsmuster der orofazialen Muskulatur. Eine vorverlagerte Zunge bzw. unzureichende Stütz- und Haltekräfte der Lippen- und Kaumuskeln bedeuten einen negativen Einfluss auf Kiefer, Zähne und die Sprechfunktion.
Organisation und Ablauf der Behandlung dieser Dysfunktionen richtet sich nach der Grundstörung. Sollten wachstumsbedingte Fehlentwicklungen ursächlich verantwortlich sein, so wird zunächst die Kieferorthopädie für verbesserte räumliche Verhältnisse im Bereich der Zahnleisten und der Kieferprofile sorgen, bevor eine logopädische Therapie einsetzt. Sollten dagegen Habits oder Atemprobleme kausal im Vordergrund stehen, so sollte zunächst - in Kooperation mit einem HNO-Facharzt - die logopädische Übungstherapie stattfinden. Auch im Verlauf des kindlichen Zahnwechsels sollte die logopädische Behandlung durchgeführt werden. Dabei ist neben eines eventuell notwendigen Entwöhnungstrainings dafür zu sorgen, dass Zungenlage, Lippenschluss und Schluckablauf im Sinne fest verankerter motorischer Muster korrigiert und gefestigt werden (Habituation). Diese pädagogisch orientierte Therapie ist systematisch aufgebaut, in der Regel sind ca. 20-30 Therapieeinheiten ausreichend.
Eine bedeutende Rolle im Lernprozess spielen dabei die täglichen häuslichen Übungen. Das relativ schematisch und stringent ausgerichtete Übungssystem ist für Kinder im Vorschulalter weniger geeignet. Für kleinere und/oder Kinder mit allgemeinen Entwicklungsstörungen bieten sich besondere Therapiekonzeptionen (GRUMS; Padovan; Castillo-Morales etc.) an. Unbedingt erforderlich ist eine intensive interdiziplinäre Zusammenarbeit zwischen Kieferorthopäden, HNO-Ärzten und Logopäden.

5. Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen(AVWST):

In diesem Fall kommt es zu Fehlern bei der Weiterleitung des Gehörten im Gehirn, so dass folgende Probleme auftreten können: - Probleme beim beidohrigen Hören

  • Schlechte Störschall-, Nutzschall- Differenzierung
  • Mangelnde Speicherung von Gehörtem
  • Probleme beim Unterscheiden ähnlich klingender Laute
  • Herabgesetzte Aufmerksamkeit beim Zuhören
  • Herabgesetzte Fähigkeit, die Bausteine der Sprache zu analysieren
  • Kurze Konzentrationsspanne
  • Verwaschene Aussprache

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Näseln (Rhinophonie)

1. Offenes Näseln (Rhinophonia aperta):

Das Gaumensegel ist beim Sprechen dafür verantwortlich, dass bei fast allen Lauten ( außer /m/, /n/ und /ng/) ein Verschluss zwischen Nasen- und Mundraum entsteht, so dass keine Luft durch die Nase entweichen kann. Beim offenen Näseln strömt Luft bei allen Lauten Luft durch die Nase, da aus unterschiedlichen Gründen kein vollständiger Verschluss zustande kommt. Dadurch verändern sich der Stimmklang und die Verständlichkeit der Sprache.

Ursachen:

  • angeborene Missbildung des harten und/ oder weichen Gaumens (z.B. Lippen- Kiefer- Gaumenspalten)
  • Gaumensegellähmungen
  • Frühkindliche Hirnschäden
  • Virale Erkrankungen
  • Als Folge von Operationen, z.B. Entfernung der Rachenmandeln<
  • Funktionell, das heißt aufgrund einer Angewohnheit

Therapie:

Je nach Ursache des Näseln gestalten sich die Therapieschwerpunkte sehr unterschiedlich. In der Regel wird in der logopädischen Therapie an folgenden Bereichen gearbeitet:

  • Veränderung der Körperspannung
  • Verbesserung der Sensibilität im Mundbereich
  • Luftstromlenkung
  • Verbesserung der Wahrnehmung

2. Geschlossenes Näseln (Rhinophonia clausa):

In diesem umgekehrten Fall gelingt es nicht, den Abschluss von Nasen- und Rachenraum ausreichend zu lösen, so dass beim /m/, /n/ und /ng/ keine oder zu wenig Luft durch die Nase entweichen kann. Bei dieser ?Stockschnupfensprache? sind Stimmklang und Verständlichkeit ebenfalls beeinträchtigt.

Ursachen:

  • Schnupfen
  • Vergrößerte Gaumen- und/ oder Rachenmandeln
  • Tumore
  • Funktionell, das heißt aufgrund einer Angewohnheit

Therapie:

Eine logopädische Therapie ist nur bei einer funktionellen Störung angezeigt. Bei organischen Ursachen erfolgt eine Behandlung durch einen HNO- Arzt z.B. durch eine Operation. Die logopädische Therapie umfasst folgende Bestandteile:

  • Regulation der Körperspannung
  • Luftstromlenkung
  • Wahrnehmungsübungen

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6. Stottern (Balbuties)/ Poltern:

 

6.1. Stottern:

Hierbei handelt es sich um Sprechunflüssigkeiten, die in Form von Wiederholungen, Dehnungen und Blockaden auftreten können. Weitere Merkmale sind Mitbewegungen und Vermeidungsverhalten, z.B. Angst des Betroffenen vor bestimmen Situationen.
Stottern ist eine Sprechstörung, die sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen auftritt.

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5. Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen(AVWST):

Aktuelle Definition:

? Eine auditive Wahrnehmungs- und/ oder Verarbeitungsstörung liegt vor, wenn die zentralen Prozesse des Hörens beeinträchtigt sind.? (Ptok et al. 2000)

Welche Probleme kann eine AVWS verursachen?

  • eingeschränkte Aufmerksamkeit beim Zuhören
  • Einschränkungen bei der Verarbeitung von beidohrigen Höreindrücken
  • Einschränkungen beim Unterscheiden ähnlich klingender Laute
  • Eingeschränkte Filterung von wichtigen und unwichtigen Höreindrücken
    Einschränkungen im räumlichen Hören
  • Hörüberempfindlichkeit
  • Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen
  • Eingeschränkte Hörmerkspanne
  • Artikulationsstörungen
  • Einschränkungen in der Sprachverarbeitung
  • Eingeschränkte Fähigkeit unvollständige Informationen zu ergänzen (z.B. bei Störschall)
  • Eingeschränkte Fähigkeit Laute zusammenzuziehen oder Wörter in Einzellaute zu zerlegen
  • Lese-,Rechtschreibschwäche

AVWS werden häufig erst spät erkannt, da sie zu einem gewissen Grad kompensiert werden können, was für das Kind jedoch sehr anstrengend ist.
Mit steigenden schulischen Anforderungen wird dieses jedoch immer schwieriger, so dass die Probleme meist in der 2./3. Klasse unübersehbar werden.Die folgenden Beispiele sollen verdeutlichen, wie ein Kind mit AVWST Gehörtes wahrnimmt:

Teilleistung:

Sie hören:

Ihr Kind hört:

Beidohriges Hören:
z.B. in der Schule

Lehrer

Lehrer
Stimme des Tischnachbarn

Filterung bei Störschall:
z.B. in der Schule ?

Husten
Lachen
Reden
Stimme des Lehrers
Türen
Schlagen
Telefon
Stimmen

Husten
Lachen
Reden
Stimme des Lehrers
Türen schlagen
Telefon
Stimmen

Diskrimination:
z.B. bei ? dem?

Heraushören des/m/ ist möglich:

/m/ oder /n/ ?den oder dem?

Wie stelle ich fest, ob mein Kind betroffen ist?

Eine auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung wird zunächst durch einen spezialisierten HNO- Arzt oder Phoniater diagnostiziert. Dieser überprüft dabei in der Regel folgende Bereiche:

1. Periphere Hördiagnostik

  • Reintonaudiometrie
  • Otoakustische Emissionen (OAE) (bei unsicheren Ergebnissen in der Reintonaudiometrie)
  • Tympanometrie
  • Sprachaudiogramm

2. Zentrale Hördiagnostik

  • dichotischer ( beidohriger ) Hörtest nach Feldmann/ Uttenweiler
  • Test mit zeitkomprimierter Sprache (auditive Zeitauflösung)
  • Lautdiskriminationstest (auditive Differenzierung mit und ohne Störschall)
  • Wahrnehmungs- Trennschärfetest
  • Hörfeldskalierung
  • Mottier- Test, Zahlenfolgetest (auditive Merkfähigkeit, Identifikation, Aufmerksamkeit)
  • Richtungshörprüfung
  • Ordnungsschwellentest (Bestimmung des zeitlichen Mindestabstandes zwischen 2 Sinnesreizen, damit diese getrennt wahrgenommen und in eine Reihenfolge gebracht werden können = auditive Musteranalyse)

Wird eine auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung festgestellt, erfolgt in der Regel eine Überweisung an einen Logopäden. Wir führen dann eine weitergehende Diagnostik durch, um anschließend eine speziell auf die Probleme des Kinds abgestimmte Therapie zu planen und durchzuführen.

Logopädische Diagnostik:

Die logopädische Diagnostik umfasst folgende Teilbereiche:

  1. auditive Aufmerksamkeit: Lenken der Aufmerksamkeit auf ein Signalwort
  2. Sequenz und Speicherung : Speicherung korrekter Reihenfolgen
  3. Lokalisation: Überprüfung des Richtungshören
  4. Diskrimination: Unterscheidung ähnlich klingender Laute, Silben und Wörter
  5. Selektion: Herausfiltern informationsrelevanter Schallereignisse aus Störlärm
  6. Analyse: Heraushören eines bestimmten Lautes aus einem Wort (Identifikation) und Bestimmung der Position
  7. Synthese: Verknüpfen von Einzellauten zu Wörtern
  8. Ergänzung: Ergänzen von unvollständigen Lautkombinationen zu sinnvollen Wörtern

Logopädische Therapie bei Auditiver Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung:

In der logopädischen Therapie werden die Teilbereiche behandelt, die in der vorangegangenen Diagnostik auffällig waren. Dabei stehen uns unterschiedliche Verfahren zur Verfügung:

  • diverse Therapieprogramme für unterschiedliche Altersgruppen zum Training der einzelnen Teilbereiche der Hörverarbeitung, z. B. Würzburger Programm, Audilex u.a.
  • Audiva
  • Stützen und Verankern des Erarbeiteten durch Sensorische Integration
  • Elternberatung
  • Vermittlung von Fördermöglichkeiten im häuslichen und schulischen Umfeld

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6.2. Poltern:

Auch hierbei handelt es sich um eine Störung des Redeflusses, die durch überstürztes, unrhythmisches Sprechen, Verschlucken von Lauten und eine verwaschene Aussprache gekennzeichnet ist. In der Regel ist das Sprechtempo sehr hoch. Im Gegensatz zum Stottern ist dem Betroffenen häufig selbst die Störung nicht bewusst.

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Stottertherapie in unserer Praxis

Was ist Stottern?

Unter Stottern versteht man das unfreiwillige und unwillkürliche Wiederholen von Lauten, Silben und Wörtern, das Dehnen von Lauten und das Blockieren vor oder in einem Wort. Neben diesen so genannten Kernsymptomen spielen Begleitsymptome wie Mitbewegungen und Vermeidungsstrategien eine ebenso wichtige Rolle. Fast immer entwickeln die Betroffenen aufgrund dieser Probleme Ängste, wie Sprechängste und Scham oder Ängste vor bestimmten Situationen, die sie in ihrem Kommunikationsverhalten weiter behindern. So kann ein Stotterer, der mit vielen, harten Symptomen zu kämpfen und eine ausgeprägte Begleitsymptomatik entwickelt hat, trotzdem ohne große Angst und negative Gefühle kommunizieren und alle Lebenssituationen problemlos bewältigen. Gleichzeitig gibt es Stotterer, die mit geschickten Vermeidungsstrategien ihr Stottern vor ihrer Umwelt verstecken können und deshalb auch nicht als Stotterer erkannt werden. Trotzdem oder gerade deswegen haben sie große Ängste aufgebaut. Unter dem immensen Druck, nicht enttarnt zu werden, entwickeln sie einen starken Leidensdruck, der sie in fast allen Situationen stark behindert. Stottern ist ein sehr komplexes Geschehen, bei dem eine Vielzahl von Faktoren eine Rolle spielt, was dazu führt, dass kein Stottern dem anderen gleicht. Daher ist eine individuell auf den jeweiligen Patienten abgestimmte Therapie unerlässlich.

Entstehung:

Der Entstehung des Stotterns liegt nach heutigen Erkenntnissen ein multifaktorielles Geschehen zugrunde, d.h. dass mehrere Faktoren zusammentreffen müssen, damit es zum Stottern kommt:

  • genetische Disposition
  • neurophysiologische Faktoren
  • psychosoziale Faktoren.

Stottern tritt fast immer vor dem 12., in 90 % der Fälle jedoch vor dem. 6. Lebensjahr auf. 50- 80 % dieser Kinder verlieren dieses Stottern wieder, bei dem Rest bleibt es lebenslang bestehen. Das entspricht 1% der Weltbevölkerung. Nach aktuellem, wissenschaftlichem Stand ist Stottern also nicht heilbar. Es ist aber in einer individuell abgestimmten Therapie so gut beeinflussbar, dass es den Betroffenen in seiner Lebensgestaltung nicht behindern muss. Therapie von jugendlichen und erwachsenen Stotterern: In unserer Praxis praktizieren wir eine Modifikationstherapie nach dem Nicht- Vermeidungsansatz von Charles van Riper. Diese untergliedert sich in vier Abschnitte:

1. Identifikation:

  • ausführliche Diagnostik und Anamnese
  • Analyse der Stottersymptome, der Begleitsymptomatik und der Vermeidungsstrategien
  • Auseinandersetzung mit negativen Gefühlen und Einstellungen zum Stottern
  • Erarbeitung von individuellen, realistischen Therapiezielen

2. Desensiblisierung:

  • Abbau von mit dem Stottern verbundenen Ängsten
  • Veränderung von Gefühlen und Einstellungen
  • Aufarbeitung von negativen Erfahrungen
  • Steigerung des Selbstwertes

3. Modifikation:

  • Erarbeitung stotterverflüssigender Techniken
  • Integration von Restsymptomen in einen flüssigen Sprechablauf
  • Erarbeitung eines günstigen, angemessen Kommunikationsverhaltens

4. Stabilisierung:

  • Festigung des Erlernten
  • Bearbeitung von noch bestehenden Unsicherheiten
  • Erarbeitung von Strategien bei evtl. zu erwartenden Rückfällen. Ein wichtiger Bestandteil aller vier Phasen ist das ?in vivo?-Training, bei dem das Erlernte in realen Lebenssituationen erprobt und vertieft wird. Neben Einzeltherapie bieten wir auch die Möglichkeit zur zusätzlichen Teilnahme an einer Therapiegruppe für Jugendliche oder Erwachsene, die ca. einmal monatlich stattfindet.

Therapie bei kindlichem Stottern:
Die Stottertherapie bei Kindern baut ebenfalls auf den oben genannten vier Phasen nach Charles van Riper auf. Diese werden aber speziell auf die kindlichen Bedürfnisse zugeschnitten. Auch die Eltern spielen eine wichtige Rolle und werden ständig in den therapeutischen Prozess eingebunden.

Folgenden Bestandteile kennzeichnen bei uns die Stottertherapie bei Kindern:<7p>

  • Identifikation, Desensibilisierung, Modifikation und Stabilisierung in einer dem Alter angemessenen Form
  • Klientenzentrierte, psychotherapeutische Arbeit (Spieltherapie)
    - Elternarbeit
  • Elterngruppen zum Austausch mit anderen betroffenen Eltern
  • Arbeit mit Kindergartengruppe und Schule
  • Transfer des Gelernten in realen Situationen (?in- vivo?- Training)

7. Stimmstörungen (Dysphonie):

7.1. Funktionelle Stimmstörungen: Diese entstehen durch einen fehlerhaften Gebrauch der Stimme, in der Regel durch Überbelastung; sie können zu einem organischen Befund führen.

7.2. Organische Stimmstörungen:
Diese können als Folge von Kehlkopfoperationen/- verletzungen oder Lähmungen auftreten.

7.3. Psychogene Stimmstörungen: Hierbei ist die Stimmstörung Ausdruck einer psychischen Belastungssituation.

7.4. Stimmstörungen treten sowohl bei Erwachsenen als uch im Kindesalter auf.

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Poltern

Poltern zeigt sich in einer verwaschenen, überhasteten und unrhythmischen Sprechweise. Dabei treten gehäuft phonetische Auffälligkeiten wie Auslassungen (z.B. Kaffeetasse? Kafftasse) und Verschmelzungen von Lauten und Silbenfolgen auf. Ebenso kommt es zu Lautersetzungen und Lautveränderungen. Diese Auffälligkeiten in Kombination mit einem zu hohen Sprechtempo führen häufig zu einer Unverständlichkeit der Sprache. Dazu gesellen sich oft Unflüssigkeiten in Form von Laut- , Silben- oder Satzteilwiederholungen. Dieses sind die Kernsymptome des Polterns, zu denen fast immer weitere Störungen aus anderen Sprechbereichen hinzukommen wie z.B. Sprechmelodie, Satzbau, Atmung und Stimme, sprachliche Strukturierung, Pausen, auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen und andere. Auch diese müssen im Rahmen einer erfolgreichen Therapie mit berücksichtigt werden.

Entstehung:

Die Ursachen des Polterns sind ungeklärt. Viele verschiedene Modelle ( z.B. neurohysiologische Hypothesen, Poltern als Verhaltensstörung etc.) versuchen die Entstehung des Polterns zu erklären. Eine genetische Komponente gilt als wahrscheinlich.

Therapie:

Nach einer ausführlichen Diagnostik, in der unter Umständen eine Differentialdiagnostik gegenüber Stottern oder einer Dysarthrophonie erfolgt, wird gemeinsam mit dem Patienten ein individueller Therapieplan erstellt. Dabei ist es uns besonders wichtig, resourcenorientiert und klientenzentriert vorzugehen. In der Regel spielen folgende Therapieinhalte eine Rolle:

  • Verbesserung der Eigenwahrnehmung (bezüglich Sprechen, Körperwahrnehmung, Kommunikationsverhalten etc.)
  • Verbesserung der Aufmerksamkeit
  • Anpassung und Kontrolle des Sprechtempos
  • Reduzierung phonetischer Auffälligkeiten
  • Förderung der sprachlichen Strukturierung
  • Verbesserung der Fähigkeiten im Wortschatz und in der Grammatik
  • Reduzierung und Modifikation von Unflüssigkeiten
  • Erarbeitung von Sprechpausen
  • Erarbeitung einer angemessenen Sprechmelodie
  • Arbeit an Atmung und Stimme
  • Verbesserung der auditiven Wahrnehmung
  • Stärkung des Selbstbewusstseins
  • Transfer des Gelernten in realen Situationen (?in vivo?- Training)
  • Intensive Elternarbeit bei Kindern und Jugendlichen
  • Ggf. Bearbeitung des Themas in Kindergarten/ Schulklasse/ Arbeitsplatz

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8. Neurologisch bedingte Sprach,- Sprechstörungen und Schluckstörungen:

Diese beinhalten alle Sprach- und Sprechstörungen, die nach einem Schlaganfall, Unfall oder einer anderen neurologische Erkrankung auftreten.

8.1. Aphasie

Sprechen, Verstehen, Lesen und Schreiben sind gestört, wobei die einzelnen Bereiche unterschiedlich stark betroffen sein können.

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Stimmstörungen (Dysphonien)

Unterschieden werden funktionell und organisch bedingte Stimmstörungen.

Erstere können durch Gewohnheit, Veranlagung, Überlastung oder psychische Faktoren entstehen.

Ursachen organisch bedingter Stimmstörungen können sein:

  • Stimmlippenlähmungen, z.B. nach Schilddrüsenoperationen oder als Folge zentraler Erkrankungen (Dysarthrophonie)
  • Fehlbildungen, Verletzungen, Entzündungen des Kehlkopfes
  • Schädigung der inneren Kehlkopfstrukturen durch falschen Stimmgebrauch/Überlastung führen zu sog. sekundären organischen Stimmstörungen, sind also Folge einer primär funktionell bedingten Stimmstörung (z.B. sog. Stimmbandknötchen)

Symptomatik:

  • Gestörter Stimmklang (belegt, rau, gepresst, verhaucht, klangarm etc.);
  • Herabgesetzte stimmliche Leistungsfähigkeit mit Sprechanstrengung und schneller Stimmermüdung;
  • Eingeschränkte Stimmdynamik und unnatürliche Sprechstimmlage;
  • Begleitsymptome wie Fehlatmung, Missempfindungen/Schmerzen im Bereich des Kehlkopfes, Räusperzwang, Fremdkörpergefühl etc.;
  • Im schwersten Fall führt die Grunderkrankung zur Stimmlosigkeit (Aphonie mit Flüsterstimme).

Sonderformen:

  • Störung der Gesangsstimme;
  • Näseln (Rhinophonie); Störung des Stimmklanges durch zu geringe oder übermäßige Nutzung des nasalen Resonanzraumes. Ursachen können funktionelle, als auch organische (z.B. Lähmung des Gaumensegels, Spaltmissbildungen) sein.
  • Kindliche Stimmstörungen; Ursachen sind meist funktionell (habituelle oder reaktiv- psychogene Stimmüberlastung), die Therapie ist entsprechend auszurichten.
  • Stimmstörung/Stimmverlust nach Kehlkopfresektion (Laryngektomie).

Grundsätzlich handelt es sich bei Störungen der Stimme um eine wie auch immer verursachte Fehlspannung der Kehlkopfmuskulatur. Entsprechend gestaltet sich der veränderte Stimmklang: eine überhöhte Stimmlippenspannung führt zu einer eher rauen, gepressten, eine zu niedrige zu einer eher leisen, behauchten Stimme. Sollte eine logopädische Therapie angezeigt sein, so ist diese kausal und systematisch anzulegen, d.h. die Ursachen der falschen Spannungseinstellung sind diagnostisch abzuklären und wenn möglich mittels gezielter Übungsmaßnahmen zu beheben. Diagnostische und therapeutische Zielbereiche sind:

  • Wahrnehmung
  • Atmung
  • Haltung und Körperspannung
  • Stimmeinsatz und Stimmmodulation
  • Resonanz, Lautbildung, Artikulationsspannung
  • Prosodie (Sprechtempo, Sprechrhythmus, Sprechbetonung etc.)
  • Übungen zum Transfer (Übertrag des neu erlernten Stimmverhaltens in die Alltagskommunikation)

Erkrankungen und Funktionsstörungen der Stimme bedeuten immer eine schwerwiegende individuelle und psychosoziale Beeinträchtigung im Sinne einer Kommunikationsstörung. Die logopädische Behandlung muss in jedem Fall Persönlichkeitsfaktoren und das personelle wie berufliche Umfeld des betroffenen Patienten berücksichtigen. Oft ist die gestörte Stimme Ausdruck einer psychosomatischen Störung, psychodynamische Ansätze zur Konfliktaufdeckung und -bearbeitung sind in diesen Fällen indiziert und zu vermitteln. Das Ziel der logopädischen Therapie ist die Rehabilitation und Stabilisierung der optimalen stimmlichen Kommunikationsfähigkeit. Logopädische Stimmtherapie bedeutet nicht nur isolierte Funktionsübung, sondern gleichermaßen und insbesondere persönliche Verhaltensänderung. Stimmstörungen werden vom HNO-Facharzt diagnostiziert, die erforderliche logopädische Therapie von diesem verordnet. Es ist mit einer durchschnittlichen Behandlungsdauer von ca. 20 Therapieeinheiten zu rechnen

8.2. Dysarthrie:

Die motorischen Abläufe beim Sprechen sind stark beeinträchtigt

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Kommunikation mit Aphasikern

Aphasiker verstehen

Zuhören bedeutet: Warten!

Aphasiker brauchen Zeit für ihre Äußerungen. Längere Pausen ruhig abwarten. Helfen Sie nicht mit Worten aus, solange der Aphasiker noch überlegt. Lenken Siedas Gespräch nicht zu sehr in Ihre eigene Richtung. Unterbrechen Sie bei unverständlichen Äußerungen nicht, sondern warten Sie ab, ob sich der Sinn nachträglich ergibt.

Zuhören, mitdenken und beobachten!

Das Thema suchen, Eselsbrücken benutzen!

Versuchen Sie zusammen mit dem Aphsiker herauszufinden, worauf sich die Aussage bezieht. Unpassende Wörter können oft doch zum beabsichtigten Ziel führen.

Bei "Hängenbleiben einschreiten!

Bei hartnäckigen Wiederholungen eines Wortes oder Satzes sollte man unterbrechen und ablenken. Häufig kann die Äußerung zu einem anderen Zeitpunkt besser bewältigt werden.

Von Apasikern verstanden werden.

Ruhe ist wichtig!

Hintergrundgeräusche und Gespräche erschweren Aphasikern das Sprechen und Verstehen.

Langsam und deutlich sprechen!

Sprechen Sie langsam und deutlich, aber in normalen Tonfall und normaler Lautstärke. Wen Sie nicht verstanden werden, umschreiben Sie Ihre Aussage, verwenden Sie andere Formulierungen. Nutzen Sie alternative Kommunikationsmöglichkeiten.

Kurze "Ja/Nein"-Fragen können helfen.

Kurze Äußerungen sind für Aphasiker leichter zu verstehen. Offene Fragen und Alternativfragen sind oft schwer.

Nonverbale Signale nutzen"

Neben Tonfall, Mimik, Gestik und Körpersprache können Bilder, Texte eingesetzt werden.

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8.3. Sprechapraxie:

Obwohl keine Lähmung vorliegt, geling die motorische Umsetzung von Sprache nicht oder nur teilweise.

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Dysarthrie

Eine Dysarthrie ist eine Sprechstörung aufgrund einer Schädigung des zentralen oder peripheren Nervensystems. Zu den häufigsten Ursachen von Dysarthrien zählen Schädel- Hirn- Traumata, Schlaganfälle, Kleinhirnerkrankungen und degenerative Erkrankungen wie Morbus Parkinson, Multiple Sklerose.

Die Steuerung und Ausführung von Sprechbewegungen sind beeinträchtigt. Hörbare Störungen treten auf bei der:

  • Sprechatmung
  • Stimmgebung
  • Lautbildung
  • Sprechmelodie


Die Dysarthrie-Thearie

Grundsätzlich steht die Verbesserung der kommunikativen Möglichkeiten des Patienten an oberster Stelle.

Je nach individuellen Störungsbild der Dysarthrie, nach persönlicher Problematik und individueller Bedürfnislage werden die Therapieprozesse so individuell gestaltet, dass die Therapie- und Arbeitsmotivation des Patienten gesteigert werden kann. Neben systematischer Arbeit in basalen Bereichen Bereichen wie Kauen, Schlucken, Atmung, Bewegung der Artikulationsorgane, Stimmbildung usw. werden stets individuelle, auf den Patienten abgestimmte Therapieinhalte ausgewählt, um möglichst schnell zu wünschenswerten Veränderungen zu kommen. Zur Konfliktbewältigung und zur Entwicklung neuer Konzepte werden beraterische Gespräche geführt.

Therapieinhalte

Ausschöpfen vorhandener und entwickeln neuer kommunikativer und sprachlicher Fähigkeiten; Hemmung pathologischer Bahnung und physiologischer Bewegungsmuster.

Wahrnehmungssteigerung für die Funkionsbereiche Atmung, Stimme, Artikulation.

Integration der neu gewonnenen Bewegungsmöglichkeiten in den Sprachgestaltungsprozess, verbale und nonverbale Kommunikation nutzen.

Erarbeiten kommunikativer Ausdrucksformen auf sprachlicher wie nicht-sprachlicher Ebene.

Festigung und Transfer der neu gewonnenen Kommunikationsmöglichkeiten in kommunikative Alltagsprozesse.

Üben mit Partner, ggf. auch mit Video und Computerunterstützung; intensives Training der Atmung, der Stimmbildung, der Lautbildung beschleunigen den Therapiefortschritt.

Weitestgehende Ausschöpfung und therapeutische Nutzung der erkennbaren Fähigkeit im Lesen und Schreiben, im Wahrnehmen, im Verstehen, in der Stimmbildung, in der Motorik, in der Koordinationsfähigkeit.

8.4. Dysphagien (Schluckstörungen)

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Logopädische Praxis Fleischhauer & Grunau

Dysphagien (Schluckstörungen)


Man kann 2 Gruppen von Schluckstörungen unterscheiden:

1. Schluckstörungen bei Veränderungen direkt an den am Schlucken beteiligten Organen:


Hier sind oft Tumore im Mundrachen und im Kehlkopf die Ursache.

2. Schluckstörungen nach Verletzungen des Gehirns:


Diese Schluckstörungen können nach Schlaganfall, Schädel- Hirn- Trauma oder nach Gehirn- Tumor- Operationen auftreten.

Die Ursache ist dann eine Schädigung der Bereiche des Gehirns, die für die Steuerung der am Schlucken beteiligten Organe zuständig sind.

Die Beweglichkeit und die Sensibilität von Gesichts-, Zungen-, Rachen-, und Kehlkopfmuskulatur können beeinträchtigt sein. Dadurch sind natürliche Funktionen, wie Mundschluß, Abbeißen, Kauen, Transport von Nahrung durch die Zunge, aber auch Speichelschlucken gestört. Da Speise- und Luftröhre im Kehlkopf kreuzen, können solche Störungen besonders gefährlich sein, weil Speise (und auch Speichel!) in die Atemwege eintreten und dort Entzündungen (Aspirationspneumonien) oder akutes Ersticken verursachen können.

Manchmal bleibt das Eindringen von Speise und Speichel in die Atemwege (=Aspiration) sogar unbemerkt, weil der Hustenreflex ausbleibt. Man spricht dann von stiller Aspiration. In diesem Fall müssen Atem- und Speiseweg ? oft nur vorübergehend- durch eine (geblockte) Trachealkanüle künstlich getrennt werden. Die Ernährung erfolgt dann primär über eine Magensonde (PEG= perkutane endoskopische Gastrostomie).

Therapie

Für jeden Patienten wird entsprechend seinen Einschränkungen ein individuelles Behandlungschema entwickelt. Elemente der Behandlung fazio- oraler Bewegungsstörungen/ Schluckstörungen sind zum Beispiel:

  • Haltungskorrektur
  • Übungen zur Verbesserung der Sensibilität
  • Übungen zur Verbesserung von Kraft und Beweglichkeit der Muskeln
  • Übungen zur Verbesserung der Koordination von Bewegungsabläufen
  • Einüben von ?Schlucktechniken?
  • Einsatz von Hilfsmitteln zur Erleichterung der Nahrungsaufnahme
  • Entwicklung eines Ernährungsplans
  • Einständiges Üben und Anwenden des Gelernten in individuell gestalteten Übungszeiten.
  • Erarbeiten kommunikativer Ausdrucksformen auf sprachlicher wie nichtsprachlicher Ebene; Arbeit in den Bereichen Atmung ? Stimme ? Artikulation; Übungsprogramme mittels in der Therapie aufgenommener Videos; Gespräche über psycho-soziale und psycho-kommunikative Probleme zur Konzeptentwicklung; Integration des Partners in den Therapoieprozess, Patientengespächsrunden.

9. Laryngektomie:

Verlust der Stimme durch Kehlkopfentfernung oder Kehlkopfteilresektion.

Weitere Angebote, darunter auch therapeutische Leistungen außerhalb des Leistungsumfangs der gesetzlichen Krankenkassen, können Sie der Rubrik
Zusatzangebote entnehmen.

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Laryngektomie

Unter Laryngektomie versteht man die operative Entfernung des Kehlkopfes bei Kehlkopfkrebs. Dadurch ergeben sich für den Patienten gravierende Einschnitte.

Funktionen des Kehlkopfes:

  • Stimmgebung ( Schwingung der Stimmlippen)
  • Schutz der Lunge vor Eindringen von Fremdkörpern ( Kehldeckel verhindert verschlucken)
  • Verbindung von Lunge und Mund- und Nasenraum


Was ändert sich nach dem Verlust des Kehlkopfes?

  • kompletter Verlust der Stimme
  • Atmen durch den Mund ist nicht mehr möglich, sondern findet durch eine Öffnung am Hals (Tracheostoma) statt
  • Eine Verbindung zwischen Mundraum und Lunge ist nicht mehr vorhanden
  • Schweres Heben ist nicht mehr möglich


Therapie:

In der logopädischen Therapie erlernt der Patient neue Möglichkeiten der Stimmgebung: Dabei stehen grundsätzlich drei Möglichkeiten zur Verfügung:

1. Ösophagus- Ersatzstimme:


Hierbei wird eine Stimme erarbeitet, bei der Luft den Ringmuskel am oberen Ende der Speiseröhre ähnlich wie vorher die Stimmlippen in Schwingung versetzt. Dafür muss der Patient lernen, willkürlich Luft in die Speiseröhre zu befördern und diese kontrolliert wieder abzugeben. Außerdem wird intensiv an der Körperwahrnehmung, der Artikulation und an der Atmung, aber auch an der Akzeptanz gegenüber der neuen Technik gearbeitet. Der größte Vorteil der Ösophagus- Ersatzstimme besteht darin, dass der Betroffene unabhängig von technischen Geräten bleibt und dass mit zunehmender Übung eine relativ hohe Natürlichkeit des Sprechens erreicht wird.

2. Sprechen mit Sprechkanüle:

Das Erlernen dieser Technik ist nur nach bestimmten operativen Voraussetzungen möglich, durch die mit Hilfe eines Ventils eine Verbindung von Luftröhre und Speiseröhre entsteht. Das Zuhalten der Kanüle bewirkt, dass beim Ausatmen Luft in die Speiseröhre gedrückt wird, so dass ebenfalls ein Ton wie bei der Ösophagus- Ersatzstimme entsteht. Vorteilhaft ist dabei, dass der Patient nicht lernen muss, Luft in die Speiseröhre zu drücken, er benötigt aber für das Sprechen immer eine freie Hand zum Zuhalten der Kanüle. Hinzu kommt, dass das Ventil nicht von jedem Patienten vertragen wird.

3. Sprechen mit Servox- Gerät:


Bei dieser Technik wird ein elektrischer Tongeber, das Servox- Gerät, an den Hals gehalten, wodurch der Ton auf die Resonanzräume, also Mund und Nase übertragen wird. Dieser kann nun durch Artikulationsbewegungen in Sprache umgewandelt werden. Dafür muss der Patient lernen, die Betätigung des Gerätes mit der Artikulation und der Atmung zu koordinieren. Der Nachteil der Methode besteht darin, dass dem Sprechen ein natürlicher Klang fehlt und immer eine Hand das Gerät betätigen muss. Hinzu kommt, dass die Abhängigkeit von Technik als negativ empfunden werden kann, insbesondere da der Ausfall des Gerätes mit einem erneuten Verlust der Sprache verbunden ist.

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